1. DFG Winter School
vom 15. bis 17. Februar 2012 findet in Göttingen die 1. DFG Winter School "Seltene Erkrankungen mit Beginn im Kindes- und Jugendalter" statt.
Promovierte Mediziner und Naturwissenschaftler aus allen pädiatrischen Subspezialitäten, die in der Klinik oder Grundlagenforschung an Fragestellungen zu seltenen Erkrankungen arbeiten, können sich um die Teilnahme bewerben.
Informationen zur Winter School sowie zur Einreichung der Abstracts finden Sie hier. Bewerbungsschluss ist der 19. Dezember 2011!
Bei Rückfragen stehen Ihnen Prof. Dr. Jutta Gärtner, Göttingen, und Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich, Berlin, gerne zur Verfügung.
DGKJ Geschäftsstelle Chausseestr. 128/129 10115 Berlin Tel. +49 30 3087779-0 Fax +49 30 3087779-99 info@dgkj.de www.dgkj.de
Sozialpädiater sollten sich stärker chronisch kranken Kindern widmen
Sozialpädiatrisch tätige Ärzte und Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) sollten sich künftig verstärkt auch chronisch kranken Kindern und ihrer Familien annehmen.Dafür hat sich Dr. Dirk Schnabel von der Charité in Berlin bei der 62. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) ausgesprochen.
Bei der Hauptveranstaltung des Kongresses zum Thema „Agenda 2020: Zukunft der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland“ verwies Schnabel darauf, dass in Deutschland bereits 20 Prozent aller Kinder unter 18 Jahren in Armut leben. Nach neuesten Zahlen aus der Hauptstadt liegt der Anteil armer Kinder in Berlin bereits sogar bei 40 Prozent. Auch immer mehr chronisch kranke Kinder würden in armen Familien aufwachsen. Deshalb müssten sich die Sozialpädiater generell und speziell in den SPZ auch dieser Herausforderung verstärkt stellen. Bis zum Jahr 2020 werde deshalb die „sozialpädiatrische Palette“ von einer schweren Muskelerkrankung bis hin zum chronischen Rheuma reichen, prognostizierte Schnabel in Potsdam.
Handlungsbedarf bestehe aber auch auf Seiten der Politik. Auf vielen für Sozialpädiater relevanten Versorgungsebenen würden die psychosozialen Belange weitgehend ausgeblendet. Dies liege daran, dass das EBM-basierte Abrechnungssystem nicht auf die spezifischen Belange chronisch kranker Kinder ausgerichtet ist. Doch gerade diese, so Schnabel, benötigten umfassende psychosoziale Unterstützung, um ihre krankheitsbedingten Defizite auffangen oder bewältigen zu können. Deshalb sei hier eine (honorar)-politische Kurskorrektur überfällig.
R. Schmid
Pädiater sehen enormen Handlungsbedarf bei seltenen Krankheiten
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) möchte die seltenen Erkrankungen stärker in den Blickpunkt rücken, um bessere Behandlungs- und Betreunngsstrategien entwickeln zu können. Möglich sei dies vor allem in pädiatrischen Spezialambulanzen, die derzeit jedoch nicht angemessen ausgestattet seien.
Auf diese Misere hat DGKJ-Präsident Fred Zepp aus Mainz bei der 106. Jahrestagung seiner Organisation in Potsdam hingewiesen. Da die meisten seltenen Erkrankungen bereits bei Geburt oder im ersten Lebensjahr auftreten, seien sie in der Pädiatrie in ihrer Gesamtheit gar nicht selten. So sind derzeit allein 500 genetische Stoffwechselstörungen bekannt. Durchschnittlich eines von 100 Neugeborenen ist heute bereits von einer angeborenen Stoffwechselerkrankung betroffen.
Zepp kritisierte allerdings in Potsdam, dass weder die Vergütungsstruktur noch der zeitliche Aufwand und schon gar nicht das gerade für seltene Erkrankungen erforderliche breite interdisziplinäre Behandlungsnetz in der jetzigen gesetzlichen Regelung (nach § 116 b, SGB V) adäquat abgedeckt sei. Deshalb sei die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in Potsdam, pädiatrische Spezialambulanzen stärken zu wollen, genau zur rechten Zeit erfolgt.
R. Schmid |