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Die interne Suchmaschine für Eltern, Jugendliche, junge Erwachsene, Vereine und Fachpersonal liefert Ergebnisse zu über 2.000 Erkrankungen
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Aus der Forschung

Dr. Nicola Siegmund-Schultze
Dipl.-Biologin, Journalistin
Steinfelder Gasse 31
5 0 6 7 0  K ö l n
08.08.2011

Seltene Erkrankungen
Cowden- oder Bannayan-Riley-Ruvalcaba-Syndrom
werden oft zu spät diagnostiziert 

Menschen mit seltenen Erkrankungen stehen häufig vor dem Problem, dass auch Ärzte die Symptome nicht richtig zuordnen können. So auch Patienten, die vom Cowden- und Bannayan-Riley-Ruvalcaba-Syndrom betroffen sind. An der Universität Bonn entsteht deshlab eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und deren Angehörige.
Die Ursache vom Cowden- und Bannayan-Riley-Ruvalcaba-Syndrom ihres Leidens liegt in einer  Genmutation, die die normale Kontrolle der Zellvermehrung beeinträchtigt. In der Folge kommt es zu Gewebe-Fehlbildungen, die zu gutartigen und insbesondere beim Cowden-Syndrom auch zu bösartigen Tumoren führen können. Aufgrund des erhöhten Risikos vor allem für Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs und Schilddrüsenkrebs sind engmaschige Früherkennungs-Untersuchungen für die Patienten unerlässlich.

Mit einer Häufigkeit von 1:200.000 sind statistisch gesehen 400 Menschen in Deutschland vom Cowden- oder Bannayan-Riley-Ruvalcaba-Syndrom betroffen. In der Öffentlichkeit erleben Betroffene jedoch kaum eine Gemeinschaft, in der ein Erfahrungsaustausch möglich wäre. Am Institut für Humangenetik der Universität Bonn beschäftigt sich eine Doktorandin mit den seltenen Syndromen: „Während meiner Arbeit haben Patienten häufig den Wunsch nach Austausch mit anderen Betroffenen an mich heran getragen“, sagt Janina Kionke. Daher initiierte sie die Selbsthilfegruppe Cowden-/ Bannayan-Riley-Ruvalcaba-Syndrom. Unterstützt wird sie dabei von der Selbsthilfekontaktstelle Bonn und vom Zentrum für Polyposiserkrankungen (ZPE) am Zentrum für seltene Erkrankungen Bonn (ZSEB). Die Gruppe soll den Patienten und Angehörigen ermöglichen, untereinander Erfahrungen mit Ärzten, Rehabilitation,  Behörden und der Krankheit selbst auszutauschen. Einen zusätzlichen Schwerpunkt sieht Kionke in der Öffentlichkeitsarbeit, um die Bekanntheit dieser seltenen Syndrome auch unter Medizinern zu erhöhen und damit den Patienten eine schnellere Diagnose zu ermöglichen.                  nsi

Kontakt:
Janina Kionke, Dr. Isabel Spier
Zentrum für Polyposis-Erkrankungen des ZSEB am Uniklinikum Bonn
Telefon: 0175/9039332; 0228/287-51020
E-Mail: janina.kionke@ukb.uni-bonn.de


Dr. Nicola Siegmund-Schultze
Dipl.-Biologin, Journalistin
Steinfelder Gasse 31
5 0 6 7 0  K ö l n
08.08.2011

Nationales Zentrum „Frühe Hilfen“
Ergebnisse zum Modellprojekt "Wie Elternschaft gelingt“

Können junge Mütter in schwierigen sozialen Situationen, beispielsweise bei einer Suchterkrankung, nach traumatischen Kindheitserlebnissen, in sozialer Isolation oder in finanzieller Not, eine enge und liebevolle Beziehung zu ihren Kindern aufbauen? Dieser Frage ist das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) erstmals für Deutschland in dem Forschungsprojekt „Wie Elternschaft gelingt“ nachgegangen. Die Studie wurde im Rahmen des Aktionsprogramms „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durchgeführt.

Die Ergebnisse belegen, dass eine verlässliche Elternschaft auch unter schwierigsten Lebensbedingungen gelingen kann, wenn Mütter und ihre Kinder eine frühzeitige und intensive Unterstützung erhalten. Nach einem Jahr intensiver Mutter-Kind-Betreuung im Rahmen des Forschungsprojektes konnten fast drei Viertel der Babys eine sichere Bindung zu ihrer Hauptbezugsperson, in aller Regel der Mutter, entwickeln. In einer Kontrollgruppe ohne entsprechende Betreuung waren es nur 45 Prozent. Bei 40 Prozent der Kontrollgruppenkinder im Alter von 24 Monaten schienen jegliche Formen organisierten Bindungsverhaltens zusammenzubrechen, in der Interventionsgruppe zeigten nur 13 Prozent dieses alarmierende Verhalten. Hier konnten wichtige Weichen für eine gelingende Elternschaft gestellt werden.

"Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Frühe Hilfen wirken. Eine sichere Eltern-Kind-Bindung ist der Schlüssel für eine gesunde Entwicklung“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die frühe Eltern-Kind-Bindung stärke Menschen ein Leben lang und setze sich auch in der nächsten Generation fort.

„Für die Fachkräfte in den Frühen Hilfen in Deutschland ist es eine  Herausforderung, hoch belastete Familien möglichst frühzeitig zu erreichen und sie für eine Zusammenarbeit zu gewinnen, erklärt Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Jugendinstituts. Schon allein deshalb seien die Ergebnisse bemerkenswert. Nun gelte es, solche erfolgreichen Modellansätze in die Regelversorgung zu überführen.

Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Hamburger Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Suess auf der Grundlage des Projektes „Wie Elternschaft gelingt – WiEge“. Das Projekt basiert auf Erkenntnissen einer bedeutenden US-amerikanischen Längsschnittstudie zur Bindungsentwicklung von Eltern und Kindern, aus der das Frühinterventionsprogramm STEEP™ (Steps towards effective and enjoyable parenting) entwickelt wurde. Junge Mütter erwerben in einem wöchentlichen, videogestützten Training mit einer ausgebildeten  Beraterin erzieherische Basiskompetenzen, insbesondere Feinfühligkeit bei der Wahrnehmung der Bedürfnisse ihres Kindes und Angemessenheit der Reaktion auf die kindlichen Signale. Im Projekt WiEge in Hamburg wurde das Programm erstmals ausschließlich mit mehrfach belasteten Müttern erprobt.


Frühprävention bei Risikokindern wirksam und nachhaltig

70 Prozent der schweren Gewalttäter sind nach Angaben von Experten als Kinder selbst misshandelt worden. Durch möglichst frühe Prävention bei Risikokindern sollen solche Entwicklungen und die Entstehung von psychischen Störungen verhindert werden. „Psychoanalytische, entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse weisen übereinstimmend darauf hin, wie vielversprechend und nachhaltig frühe Förderungen und Interventionen sind“, erklärt Professor Marianne Leuzinger-Bohleber, Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt. Die Wissenschaftlerin untersucht mit  ihrem Team die Wirksamkeit der beiden Präventionsprogramme „Faustlos“ und „Frühe Schritte“ im Rahmen des „EVA“-Projekts des Forschungszentrums IDeA („Individual Deve-lopment and Adaptive Education of Children at Risk").

In 14 Kindertagesstätten in Frankfurter Stadtteilen, in denen sich soziale Problemla-gen verdichten, wurde das Präventionsprogramm „Frühe Schritte“, das aus verschiedenen Bausteinen zur Beratung und Betreuung von Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Erziehern besteht, über mehrere Monate umgesetzt. Als Ergebnis  zeigt sich, dass aggressives und ängstliches Verhalten, aber auch Hyperaktivität statistisch signifikant zurückgegangen sind, so die Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts .

„Frühe Schritte“, entwickelt von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit dem Institut für analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (IAKJP) am Sigmund-Freud-Institut, sucht nach den Worten der Wissenschaftlerin den „verstehenden Zu-gang zum einzelnen Kind und seiner Familie“. „Wir betrachten auffälliges und störendes Verhalten nicht primär als Fehlverhalten, sondern als Ausdruck eines verborgenen, unbewussten, sinnvollen psychischen Geschehens. Daher gilt es zunächst einmal, das Verhalten eines Kindes zu entschlüsseln und nicht möglichst schnell zum Verschwinden zu bringen.“

Ein Kind, das durch eine schwierige Beziehung zu einer Bezugsperson belastet ist, braucht die Chance und die Zeit, eine sichere Bindung entwickeln und sich so ver-schiedenen Lebenssituationen im Verhalten und Fühlen anpassen zu können. Dazu gibt es vielfältige Hilfsangebote. In weniger schweren Fällen können schon Gespräche mit den Eltern, angeleitet von Psychologen und Erziehern, sowie eine intensive Beschäftigung mit dem Kind etwas in Bewegung setzen. Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass insbesondere Mütter erleichtert sind, über die Probleme ihres Kindes und ihrer Familie reden zu könne so Leuzinger-Bohleber. Die wenigsten Betroffenen wüßten zudem, dass eine Therapie zu den Leistungen der Krankenkasse gehört.

Dass sich Frühprävention rechnet, wurde bereits 2008 in einer vielbeachteten Analyse des Nobelpreisträgers für Ökonomie James Heckmann belegt: Jeder Dollar, der in Frühprävention investiert wird, spart das Achtfache für spätere Maßnahmen ein.

Weitere Informationen:
Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, Sigmund-Freud-Institut, Tel: (069) 971204146,
m.leuzinger-bohleber@sigmund-freud-institut.de,
www.sigmund-freud-institut.dehttp://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/2011/index.html

Wissenschaftsmagazins der Goethe-Universität „Forschung Frankfurt“ (1/2011).                                                     Annette Porcher-Spark


ADHS: Arzneien für Erwachsene

BERLIN (eb). Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat am 14.April erstmals einer Indikationserweiterung auf Erwachsene bei einigen Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln zugestimmt.

Bisher war die Zulassung wegen unzureichender Daten auf die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren begrenzt. Aufgrund nun vorliegender klinischer Studien habe die Wirksamkeit und Sicherheiteiner Anwendung bei Erwachsenen hinreichend belegt werden können, teilt das BfArM mit.

Die Anwendung von Methylphenidat erfolgt stets im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie, wenn andere Maßnahmen allein unzureichend sind. Durch die erteilte Zulassungserweiterung sei sowohl die Fortführung einer im Kindes- und Jugendalter begonnenen Therapie ins Erwachsenenalter als auch eine Neueinstellung bislang nicht mit Methylphenidat behandelter Erwachsener möglich, wenn die ADHSbereits seit dem Kindesalter bestanden hat, so das BfArM.

BfArM-Präsident Professor Walter Schwerdtfeger erklärte dazu: "Die Indikationsausweitung bei Methylphenidat für Erwachsene bedeutet für Patientinnen und Patienten mit ADHS eine ganz wesentliche Ausweitung ihrer Behandlungsmöglichkeiten. Ärztinnen und Ärzte haben jetzt mehr Handlungssicherheit bei der Verordnung, da die Anwendung bei Erwachsenen bisher nur "off-label" möglich war."

ADHS ist eine psychische Störung mit Symptomen in den Bereichen Unaufmerksamkeit und Überaktivität bzw. Impulsivität. Die Krankheit beginnt im Kindesalter und besteht häufig bis ins Erwachsenenalter fort.

Quelle: Ärzte Zeitung, 17.04.2011


PRESSEMITTEILUNG: Wie gesund ist Eure Stadt?
Planspiel Gesunde Stadt startet im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung

Karlsruhe / Berlin, 07.04.2011: Was passiert, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenleben? Was ist Gesundheit wert und wie viel kostet sie? Wie sauber ist das städtische Trinkwasser?Unter dem Motto „Wie gesund ist Eure Stadt?“ wird im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung das bundesweite Planspiel Gesunde Stadt ausgerufen. Hierbei sollen Kinder und Jugendliche unterschiedliche Faktoren eines möglichst gesunden Lebens in der Stadt erforschen und Verbesserungsvorschläge ausarbeiten. Die beim Planspiel gewonnenen Erkenntnisse und die entwickelten Gesundheitsinitiativen werden den Stadtverantwortlichen übergeben und mit diesen diskutiert.

Schulen, städtische Einrichtungen sowie Forschungsinstitutionen aus dem gesamten Bundesgebiet können federführend bis zum 15.05.2011 ihre Teilnahme am Planspiel anmelden. Bis zu den Sommerferien haben die einzelnen Teams Zeit, eigene Gesundheitsinitiativen für ihre Stadt auszuarbeiten. Die originellsten Planspiele werden schließlich im August von einer Expertenjury ausgewählt und die Gewinner zum Jugendgesundheitskongress im Herbst 2011 nach Karlsruhe eingeladen.

Seit dem Jahr 2007 entwickelt die HfG | Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag Ideen und Konzepte zur flächendeckenden Umsetzung im Rahmen der Wissenschaftsjahre. Als ausführende Stelle der Kooperations-Projekte fungiert das „Projektbüro Städte im Wissenschaftsjahr“ am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Im Wissenschaftsjahr 2010 – Die Zukunft der Energie beteiligten sich 2.500 Kinder und Jugendliche in 37 Städten als Jungforscher mit eigenen Energiekonzepten am Planspiel Energie.

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Seit 2000 dienen sie als Plattform für den Austausch zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft entlang ausgewählter Themen und haben dabei vor allem junge Menschen im Blick. Der Erfolg der Wissenschaftsjahre basiert auf der Beteiligung zahlreicher Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur in ganz Deutschland.

Weitere Informationen zum Planspiel Gesunde Stadt finden Sie unter:
www.staedte-im-wissenschaftsjahr.de
Informationen zum Wissenschaftsjahr 2011 – Forschung für unsere Gesundheit finden Sie unter:
www.forschung-fuer-unsere-gesundheit.de
Bei Interesse am Planspiel Gesunde Stadt wenden Sie sich bitte an:
Projektbüro „Städte im Wissenschaftsjahr“
ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
Telefon: +49 721 8100-1032 | E-Mail: wissenschaftsjahr@zkm.de
www.staedte-im-wissenschaftsjahr.de
Bei Fragen zum Wissenschaftsjahr 2011 – Forschung für unsere Gesundheit wenden Sie sich bitte an:
Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung
Telefon: +49 30 818777-24 | E-Mail: redaktionsbuero@forschung-fuer-unsere-gesundheit.de
www.forschung-fuer-unsere-gesundheit.de


Presseinformation 1. März 2011
Ausgezeichnet: Eva Luise Köhler Forschungspreis für die Gentherapie seltener Erkrankungen
Wissenschaftler der MHH und des NCT erhalten 50.000 Euro für neues Therapieverfahren bei Kindern mit seltenen Immunerkrankungen

Die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit seltenen Erkrankungen hat ihren mit 50.000 Euro dotierten Forschungspreis 2011 an ein interdisziplinäres Team verliehen: Professor Dr. Christoph Klein, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Professor Dr. Christopher Baum, MHH-Abteilung für Experimentelle Hämatologie, Professor Dr. Christoph von Kalle, Nationales Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und Dr. Kaan Boztug, Medizinische Universität Wien, bis Januar 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

„Wir freuen uns sehr, dass uns die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung ihren renommierten Preis zuerkennt. Wir wollen diese Mittel zu einer Etablierung einer interdisziplinären Plattform für die Gentherapie seltener Erkrankungen einsetzen“, erklärte Professor Christoph Klein. Die Preisträger haben in Deutschland auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen Pionierarbeit geleistet. Das Team um Professor Christoph Klein hat nach jahrelangen Vorarbeiten eine Gentherapie für Kinder mit Wiskott-Aldrich Syndrom (WAS) entwickelt. Die betroffenen Kinder leiden aufgrund eines Gendefektes an schweren Infektionen, Blutungen, Autoimmunerkrankungen und einer Neigung zu Leukämien und Lymphomen. Das Prinzip der Behandlung besteht darin, dass Blutstammzellen der Patienten entnommen, aufgereinigt und mit Genfähren behandelt werden, die eine gesunde Version des WAS-Gens in die Zellen transportieren. Die genetisch korrigierten Zellen werden zurückgegeben, aus ihnen differenzieren sich gesunde Blutzellen. Eine tödlich verlaufende Erkrankung konnte auf diese Weise geheilt werden.

„Die Gentherapie ist dabei oft weniger belastend als die Fremdspendertransplantation von Blutstammzellen, nach der schwere Komplikationen durch Unverträglichkeiten des Immunsystems auftreten können“, betont Dr. Kaan Boztug. Allerdings ist die aktuell verfügbare Technologie des Gentransfers auch nicht ohne Risiken. Einer der zehn behandelten Patienten hat als Nebenwirkung eine Leukämie entwickelt, die glücklicherweise erfolgreich durch Chemotherapie behandelt werden konnte. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe um Professor Christof von Kalle vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, der auch beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg tätig ist, untersuchen die Ärzte daher die genetischen Landeplätze, die sogenannten Insertionsstellen, der Genfähren in den Chromosomen. „Diese Untersuchungen werden uns helfen, in zukünftigen Anwendungen Risiken weiter zu verringern und die Wirksamkeit zu steigern“, erklärt Professor von Kalle.

Die Arbeitsgruppe um Professor Christopher Baum von der MHH entwickelt neue sicherheitsoptimierte Genfähren, die solche Risiken reduzieren sollen, ohne dass dadurch die therapeutische Wirksamkeit der klinischen Therapie beeinträchtigt wird. Mit Hilfe des Eva Luise Köhler Forschungspreises wollen die Wissenschaftler eine moderne interdisziplinäre Plattform zur Behandlung von Kindern mit genetischen Erkrankungen des Blutes und Immunsystems etablieren.
Ein Bild zum Download finden Sie unter:
www.nct-heidelberg.de/de/nct/news/2011/images/Koehlerpreis.jpg
Personen von links nach rechts: Prof. Dr. Christopher Baum, Prof. Dr. Christof von Kalle, Eva Luise Köhler, Dr. Kaan Boztug, Professor Dr. Christoph Klein

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Medizinische Hochschule Hannover
Stefan Zorn
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Telefon +49 511 532-6772
Fax +49 511 532-3852
E-Mail: zorn.stefan@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Alenka Tschischka
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2254
Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: Alenka.Tschischka@nct-heidelberg.de
www.nct-heidelberg.de
Universitätsklinikum Heidelberg
Dr. Annette Tuffs
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-45 36
Fax: +49 6221 56-45 44
E-Mail: Annette.Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2854
Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
www.dkfz.de


Kabinett beschließt Rahmenprogramm Gesundheitsforschung

Das Bundeskabinett hat ein neues "Rahmenprogramm Gesundheitsforschung" der Bundesre-gierung verabschiedet. Es definiert die strategische Ausrichtung der medizinischen Forschung für die kommenden Jahre. Das Rahmenprogramm ist für die Bundesregierung Grundlage der Finanzierung medizinischer Forschung an Hochschulen, Universitätskliniken, außeruniversi-tären Forschungseinrichtungen und in der Wirtschaft. "Wir verfolgen dabei die Strategie, die besten Wissenschaftler zusammenzuführen und so die rasche Übertragung des Wissens vom Labor in die Praxis zu fördern. Im Mittelpunkt stehen dabei diejenigen Krankheiten, die die meisten Menschen betreffen, die so genannten Volkskrankheiten", sagt Bundesforschungsmi-nisterin Annette Schavan.

Zur Erforschung dieser Volkskrankheiten werden sechs Deutsche Zentren der Gesundheits-forschung gegründet, in denen die jeweils besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulmedizin und außeruniversitären Einrichtungen zusammengeführt und langfristig gefördert werden. "Hier bringen wir Forscherinnen und Forscher zusammen, unabhängig davon, in welcher Einrichtung sie arbeiten und ob sie Grundlagenforschung oder klinische Untersuchungen betreiben", so Schavan. Durch die neuartigen Vernetzungswege sollen zum einen bessere Voraussetzungen für neue zukunftsweisende Forschungsansätze geschaffen werden, zum anderen soll dafür gesorgt werden, dass die Erkenntnisse aus der Forschung den Patienten schneller als bisher zu Gute kommen.

Weitere Informationen sowie die Broschüre zum neuen Rahmenprogramm Gesundheitsfor-schung der Bundesregierung finden Sie unter http://www.bmbf.de/de/gesundheitsforschung.php


Teilnehmer für Forschungsprojekt zu räumlich-kognitiven Fähigkeiten von Kindern gesucht

Alexander Schlaak
Referat II/2, Kommunikation & Marketing
Universität Regensburg
25.11.2010

Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersuchen Prof. Dr. Petra Jansen und die Diplom-Sportwissenschaftlerin Jennifer Lehmann vom Institut für Sportwissenschaft die räumlich-kognitiven Fähigkeiten von Kindern mit „Spina bifida“ im Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Auf der Grundlage der Untersuchung von Kindern mit dieser Fehlbildung, die umgangssprachlich auch „offener Rücken“ genannt wird, erhoffen sich die Wissenschaftlerinnen, neue Erkenntnisse für ein alltagsnahes Training der motorischen und kognitiven Fähigkeiten zu erlangen.

Für das Forschungsprojekt suchen die Regensburger Forscherinnen nun Eltern, die mit ihren Kindern für die Teilnahme an der Untersuchung gewonnen werden können. Die Kinder werden in diesem Rahmen zu Beginn des Projekts und acht Wochen danach einen Test zur räumlichen Wahrnehmung am Computer durchführen. Der Zeitaufwand für den Test liegt bei etwa eineinhalb Stunden. Die Testorte werden in Absprache mit den Teilnehmern vereinbart; eine Fahrt nach Regensburg ist also nicht erforderlich. Alle Teilnehmer erhalten zudem eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro.

Interessierte können sich für den Test bei Jennifer Lehmann anmelden
(Tel.: 0941 943-5527 oder per E-mail:
jennifer.lehmann@psk.uni-regensburg.de).
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news398724
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Medizin, Psychologie, Sportwissenschaft
überregional
Forschungsprojekte