Barr-Körper: (Syn. Geschlechtschromatin, Kerngeschlecht): Bei Individuen mit zwei X-Chromosomen findet man in 30% bis 80% der Zellkerne an der Innenseite der Kernmembran eine 1 - 2 µ große, stark anfärbbare Chromatinverdichtung (Abb.), die nach dem Entdecker Barr benannt wurde. Diese Struktur entspricht dem inaktivierten X-Chromosom. Da normalerweise Frauen zwei X-Chromosomen haben (XX), Männer aber nur eins (XY), lässt sich anhand der Barr-Körper das genetische Geschlecht bestimmen. Dies gilt jedoch nicht bei Individuen mit Aberrationen der Geschlechtschromosomen. (Siehe auch X-Chromosomeninaktivierung, F-Body, Turner-Syndrom und Klinefelter-Syndrom ).  Abbildung: Zellkerne der Haarwurzel einer Frau. Die Pfeile zeigen auf die für einen Barr-Körper charakteristischen Chromatinverdichtungen (Quelle: Rott, Erlangen). |