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Anknüpfungspunkt

1. Anknüpfungspunkt: Migranten-Selbsthilfe fördern: Wer kann was tun?

 
Einrichtungen und Experten des Gesundheits- und Sozialbereichs können dazu beitragen, den Selbsthilfegedanken bei Migranten allgemein populärer zu machen. Die Grundregel dabei lautet: Alles unter Beteiligung von (sprach- und sachkompetenten) Migranten.

Beispiele für Unterstützungsmöglichkeiten:

1. Selbsthilfeorganisationen, -gruppen und –kontaktstellen: Förderung der interkulturellen
    Kompetenz, Vernetzung mit   Migrantenorganisationen

2. Ärzte: ethnomedizinische Aspekte in die Aus- und Fortbildung integrieren, zugewanderte
    Ärzteschaft integrieren, zugewanderte Ärzte in die Ärzteschaft integrieren, kulturadaptierte
    Patienteninformationen in Kooperation mit Kollegen aus und/ oder in den Herkunftsländern

3. Krankenhäuser: Migrantenfreundlichkeit in Qualitätsmanagement aufnehmen, interdisziplinäre
    Arbeitsgemeinschaften „Migranten“, interkulturelle Öffnung, krankenhausinterne
    Integrationsbeauftragte, Beispiel Schweiz: migrant friendly hospitals

4. Krankenkassen: Kassenübergreifende Kompetenzzentren „Migration“, zum Beispiel beim
    Medizinischen Dienst

5. Kommunen (Gesundheitsämter, Sozialämter etc.): Mitarbeiterschulungen, Tage der
    Begegnung, Workshops, Gesundheitslotsen, Stadtteillotsen; in Aschaffenburg beispielsweise
    gibt es schon Sprach- und Kulturvermittler als Brücke zwischen öffentlichen Institutionen
    und Migranten

Wolfgang Thiel beschreibt Ansatzpunkte und Barrieren für die Nutzung des Arbeitsprinzips „Selbsthilfegruppe” und geht der Frage nach, wie Selbsthilfe-kontaktstellen Akzente setzen können. Skizziert werden zwei Handlungs-perspektiven. Erstens: eine einladende, aktivierende, Gelegenheiten schaffende Handlungsperspektive, damit Selbsthilfegruppen durch Migrantinnen und Migranten stärker genutzt und selbstentwickelten Selbsthilfeansätze von Migrantinnen und Migranten bekräftigt werden. Zweitens: eine strukturelle und institutionelle Handlungsperspektive, um die Selbsthilfeförderung von Migrantinnen und Migranten und kommunale Integrationspolitik zu verbinden.
Vortrag zum Download (159kb)