Best Practice Modelle aus der Selbsthilfe
Am weitesten sind die Arbeiten der JuMiLo im Rahmen der Jugendmigrationsdienste gediehen. Dort gibt es aus der ersten Runde der unter der BAG EJSA in Deutschland eine ausführlichen Darstellung der Ergebnisse. Auf der Basis dieser (erfolgversprechenden) Projekterfahrungen gibt es ein Folgeprojekt bei dem noch mehr auf Migrantenbedürfnisse eingegangen werden kann. Auf der Basis eines ausführlichen Leitfadens ist dokumentiert, wie Freiwillige mit Migrationshintergrund eingebunden werden können.
Zu den best practice aus der Selbsthilfe sind die Recherchen noch nicht abgeschlossen. Es fehlen noch viele Antworten auf Nachfragen (z.B. Bayern, Berlin…) Beispiel: Behindertenhilfe - interkulturell und familienfreundlich, kurz "BIFF"
Das Kindergästehaus ist eine Einrichtung der Behindertenhilfe des Caritasverbandes für Stuttgart e.V. Es bietet unterschiedliche und abgestufte entlastende Angebote für Familien mit Kindern mit Behinderung, von ambulanten Diensten bis zur Kurzzeitbetreuung in den Schulferien.
Die bestehenden Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten sollen mit dem Projekt für Familien mit Migrationshintergrund, in denen ein Kind mit Behinderung lebt, leichter zugänglich und nutzbar gemacht werden. Hintergrund für das Projekt sind Erfahrungen mit betroffenen Familien, die Interesse an Angeboten des Kindergästehauses äußerten und aus Sicht der Mitarbeiter/innen durchaus Bedarf an Unterstützung hätten, die jedoch aufgrund unterschiedlicher Erschwernisse keine Angebote in Anspruch nahmen/nehmen konnten. Das Projekt wird gemeinsam von den Bereichen Behindertenhilfe und Migration+Integration verantwortet.
Ziel des Projektes
Um diese Ausgangslage systematisch zu verbessern, werden folgende zentralen Fragen beantwortet: • Wie erreichen wir die betroffenen Familien? • Wie können wir sie über die bestehenden Angebote informieren und auf welchem Wege können wir ihnen eine Brücke bauen, die sie vertrauensvoll betreten und überqueren können, um Unterstützung und Entlastung im Alltag anzunehmen?
Das Kindergästehaus beabsichtigt mit dem Projekt "Biff", die Situation dieser Familien ganzheitlich in den Blick zu nehmen und darauf hin zu wirken, • ihnen die bestehenden Unterstützungs- und Entlastungsangebote bekannt zu machen; • sie bei der Auswahl eines passgenauen Angebots zu beraten; • sie bei der tatsächlichen Inanspruchnahme eines Angebots zu begleiten.
Damit dies gelingt, muss zunächst die Kontaktaufnahme zwischen den Familien und dem Kindergästehaus anders gestaltet werden. Angedacht ist daher - weg von schriftlichen Informationen in deutscher Sprache - hin zu Informationen in der jeweiligen Muttersprache, - weg von der Komm- und hin zur Gehstruktur, - weg von der Unkenntnis anderer Kulturen/Religionen und hin zu interkulturellen Trainings für die Mitarbeitenden.
Insbesondere diese interkulturellen Trainings ermöglichen den Mitarbeiter/innen des Kindergästehauses ein deutlich besseres und individuelleres Zugehen auf Familien mit Migrationshintergrund.
Das langfristige Projektziel besteht darin, die Kommunikationsstrukturen (Öffentlichkeitsarbeit, schriftliche oder verbale Informationen im persönlichen oder telefonischen Kontakt) des Kindergästehauses so zu gestalten, dass die Informationen über das Angebotsprofil alle Familien erreichen, in denen Kinder mit Behinderung leben und aufwachsen, ungeachtet ihrer Herkunft, Muttersprache usw.
Inhalt des Projektes
Das Thema "Behinderung und Migration" hält verstärkt Einzug in allen Einrichtungen im Bereich Behindertenhilfe (Wohnheime, Freizeitbereich, Arbeit und Beschäftigung). Es besteht das grundlegende Interesse, die Projektinhalte langfristig zu etablieren und diese nach der Startphase im Kindergästehaus auch auf die anderen Einrichtungen/Dienste des Bereichs Behindertenhilfe auszudehnen. Grundsätzlich soll dabei auf die während des Pilotprojekts zu entwickelnden und zu implementierenden Strukturen zurückgegriffen werden können. Weiterhin gilt es zu beachten, dass aufgrund der Spezifika der Zielgruppe "Familien mit Migrationshintergrund" zwischen der ersten Kontaktaufnahme und der tatsächlichen Durchführung/Übernahme von Unterstützungsangeboten mitunter eine lange Zeit vergehen kann, in der es elementar um Aufbau von Vertrauen geht. Diese Tatsache beachtend, wird das Projekt über den Ablauf der Projektzeit hinaus unbedingt längerfristig fortgeführt werden. Kontakt: Budimka Balazi Bereich Migration und Integration Telefon: 0711 5505911-14; b.balazi@caritas-stuttgart.de
Beratung für Migranten und Migrantinnen mit Behinderung
Projekt des ABS – Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Stuttgart e.V.
Stuttgart hat einen Migrantenanteil von ca. 40%. Auch unter Migrantinnen und Migranten in den unterschiedlichsten Lebenslagen gibt es Menschen mit Behinderung. Wir möchten mit unserer Beratungsarbeit diesen Menschen, ihren Familien und Freunden bei bestehenden Problemen helfen, das Entstehen weiterer Probleme verhindern und neue Lebensperspektiven eröffnen.
Das Angebot umfasst Einzelberatung und individuelle Unterstützung sowie die Möglichkeit unter Anleitung, Selbsthilfegruppen oder Gesprächskreise zu gründen. Die Beraterinnen sprechen Deutsch und Englisch. Wenn notwendig, besteht die Möglichkeit eine Übersetzerin zur Beratung hinzu zu ziehen. ABS-ZsL ist eine unabhängige Beratungseinrichtung.
Kontakt: Hanna Polhammer ( polhammer @ aktive-behinderte•de) und Andrea Petersen ( petersen@aktive-behinderte.de); Tel: 0711/780 18 59 |