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DIE BESONDERE GESUNDHEITSVORSORGE FÜR NEUGEBORENE


24.10.2007 – Anlässlich des 3. Weltkongresses für regenerative Medizin in Leipzig im Oktober 2007 wurde diskutiert, dass die Einlagerung von Stammzellen von Neugeborenen im Rahmen einer selbst bestimmten Gesundheitsvorsorge einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Allerdings wüßten immer noch zu wenige werdende Eltern um die Chancen, die sich mit Stammzelleneinlagerung hinsichtlich der Bekämpfung von potenziellen Erkrankungen ergäben, so die Kongressorganisatoren. Glücklicherweise blieben jedoch die meisten Menschen von ernsthaften Krankheiten im Lauf ihres Lebens lange verschont. Dennoch lohne es sich, dieses Thema der Zukunft rechtzeitig zu nutzen. Aufgabe sei es daher, das aus der Nabelschnur gewonnene Blut zu sichern, um im späteren Krankheitsfall darauf zurückgreifen zu können.

Einige der sehr viel versprechenden Therapieansätze für die Zukunft bietet die Stammzellforschung. Bereits heute werden Stammzellen vielfach therapeutisch angewendet. Vor kurzem ist es beispielsweise gelungen, Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zu behandeln, indem ihnen eine aus eigenen Zellen hergestellte Herzklappe eingepflanzt wurde. Wissenschaftler sind sehr optimistisch, dass bereits in wenigen Jahren viele weitere Anwendungen möglich sein werden. "Die Zukunft der Stammzellen-Therapie liegt vor allem in der Regeneration von Zellen und Gewebe", erläutert Professor Dr. Volker Ragosch, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Altona. So könnten zukünftig Stammzellen auch zur Behandlung schwer therapierbarer Erkrankungen wie Herzinfarkt, Rheuma oder Multiple Sklerose zum Einsatz kommen.

Stammzellen sind noch unspezialisierte Zellen, die sich zu entsprechenden Zellarten des Körpers weiter entwickeln können. Es handelt sich bei dem Reservoir an Stammzellen sozusagen um einen "Reparaturkasten" des Körpers, der zum Einsatz kommt, wenn fehlerhafte, kranke oder abgestorbene Zellen ersetzt werden müssen. Je jünger Stammzellen sind, desto größer ist ihre Fähigkeit, sich in verschiedenste Zellarten zu entwickeln. Ganz junge, so genannte totipotente Stammzellen sind vor allem bei Embryonen vorhanden. Aus ethischen Gründen ist die Entnahme embryonaler Stammzellen aber in Deutschland verboten, da der Embryo danach nicht mehr lebensfähig wäre.

Für therapeutische Zwecke sind vor allem pluripotente Stammzellen geeignet, die ebenfalls noch über die Fähigkeit verfügen, sich in verschiedene Zell- und Gewebearten zu differenzieren und Reparaturaufgaben im Organismus zu übernehmen. Sie können zum Beispiel aus Nabelschnurblut gewonnen werden. Nabelschnurblut kann nach der Geburt vollkommen schmerzfrei und risikolos aus der Nabelschnur gewonnen und eingelagert werden. Das Kind erhält damit die Möglichkeit, potenziellen Erkrankungen, die im Laufe seines Lebens auftreten, mit den eigenen Stammzellen entgegenzutreten. Bislang sind sich jedoch erst wenige werdende Eltern der Chancen, die eine Einlagerung von Nabelschnurblut bietet, bewusst: "Leider wird die Nabelschnur noch bei 98 Prozent aller Geburten verworfen. Das sollte sich ändern", fordert Prof. Ragosch mit Blick auf die vielfältigen zukünftigen Einsatzmöglichkeiten.
Kös

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