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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Bis zu 18 Prozent falschAussagewert von pränatalen Bluttests ist fragwürdig

Ungenaue Werte bei Bluttest

Bluttests während einer Schwangerschaft sollen den werdenden Müttern die Information geben, ob sie ein Kind mit Trisomie 13, 18 oder 21 (Down Syndrom) erwarten. Für die Lebenshilfe ist allein das schon ein Grund der Ablehnung, denn: „Der Bluttest auf Trisomie 21 erweckt den Eindruck, ein Leben mit Down-Syndrom sei nicht lebenswert." Dem will die Lebenshilfe energisch widersprechen.

Nun hat das ‚Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)' seine Bewertung der Studienlage zum Bluttest auf Down-Syndrom veröffentlicht: „Danach ist das positive Testergebnis bei bis zu 18 Prozent der Frauen falsch – sie erwarten gar kein Kind mit Down-Syndrom". Monika Haslberger, stellvertretende Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Mutter einer erwachsenen Tochter mit Down-Syndrom, bezieht klar Position: „Diese Tests dienen keiner medizinischen Behandlung. Sie schaffen nicht mal Klarheit darüber, ob tatsächlich ein Down- Syndrom vorliegt."

Da die meisten Diagnosen eines Down-Syndroms während der Schwangerschaft zu einer Abtreibung des Kindes führen, werden rund ein Fünftel der Föten abgetrieben, obwohl sie völlig gesund seien. „Legt man nur die wissenschaftlich einwandfreien Studien zugrunde, könnte dies sogar noch viel mehr Frauen betreffen", erläutert Ulla Schmitt, die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe e. V. Denn das IQWiG habe bei 17 der 22 Untersuchungen festgestellt, dass sie nicht wissenschaftlichen Standards entsprechen. In die Berechnungen seien dennoch alle 22 Studien einbezogen. Für Schmitt sei das „problematisch".
kös