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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Jung und pflegebedürftigWer spricht darüber?

Wer sich mit dem Thema Pflege beschäftigt, der wird jeden Tag von unseren Medien dazu informiert. Doch dabei geht es praktisch ausnahmslos um ältere Menschen. Seitdem die Zahl der älteren Pflegebedürftigen wächst und gleichzeitig für deren professionelle Pflege die Fachkräfte fehlen, werden enorme Anstrengungen unternommen, um diese Situation zu verbessern. Das ist auch gut so, denn jeder Mensch wird älter.

Doch wer kümmert sich darum, dass dieses Problem auch jüngere Menschen, also Kinder und Jugendliche, betrifft? In Deutschland leben rund 113.000 dauerhaft pflegebedürftige Kinder und Jugendliche. Nicht wenige davon werden in Familien wie auf Intensivstationen betreut. Mütter und/oder Väter, die seit Jahren keine Nacht mehr durchgeschlafen haben, können davon berichten. Doch wer hört sie? Haben sie in ihrem Alltag überhaupt die Kraft und die zeitlichen Ressourcen, ihrer Stimme öffentlich Gehör zu verschaffen? Und wer kümmert sich darum, dass zum Beispiel Kinder mit einem angeborenen Herzfehler nicht mehr operiert werden können, weil auf den Intensivstationen der Kliniken das Kinderintensivpflegepersonal fehlt? Die Wartelisten werden immer länger und auf den Stationen stehen Betten leer, weil das Personal fehlt.

Es ist müßig darüber zu sinnieren, welche Fehler der Vergangenheit zu diesen Situationen führten. Wichtiger ist es, Lösungen zu formulieren und zu realisieren. Doch unser Hilfesystem scheint diese pflegebedürftigen Menschen und ihre Familien garnicht mehr zu sehen. Das hängt auch damit zusammen, dass die Zahl der älteren Pflegebedürftigen mehr ist (wir reden zurzeitvon 3,41 Millionen pflegedürftigen Menschen,davon 81 Prozent über 65 Jahre). Sie fallen bei Wahlen mehr ins Gewicht. Ihre Stimmen und die Stimmen ihrer Angehörigen (rund drei Viertel werden familiär gepflegt) sind interessanter. Das bedeutet, dass die betroffenen Familien sich für ihre Kinder und Jugendlichen neue strategische Allianzen suchen müssen, um Gehör für sich zu finden.

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