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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Frühkindliche EpilepsienNeuer Wirkstoff zur Behandlung des Dravet- Syndroms und Lennox-Gastaux-Syndroms

Die Symptome bei Epilepsien im Kindesalter – durchschnittlich sind 5 von 1000 Kindern davon betroffen – können sehr unterschiedlich sein, wodurch die Diagnose in vielen Fällen verzögert wird. Das häufigste Symptom bei Kindern sind kurze Abwesenheitszustände sogenannte Abscencen, die oft als Verträumtheit fehlinterpretiert werden. Mit dem vor einigen Wochen von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassenen Wirkstoff aus der Cannabis-Pflanze Cannabidiol für das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaux- Syndrom steht eine neue Behandlungsmöglichkeit für schwere Epilepsieformen im Kindesalter zur Verfügung. Diese Erweiterung der Therapieoptionen sei grundsätzlich zu begrüßen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung e. V. (DGKN) und warnt gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen; nur bei fünf Prozent der Kinder mit Epilepsien handele es sich um ein Dravet-Syndrom oder Lennox-Gastaux-Syndrom.

In Studien, die als Grundlage für die Zulasung des Wirkstoffs dienten, konnte nachgewiesen werden, dass durch die Gabe von Cannabidiol bei diesen beiden schweren Formen von kindlichen Epilepsien die Zahl der motorischen epileptischen Anfälle um rund die Hälfte gesenkt werden konnte. Allerdings seien auch Nebenwirkungen wie starke Müdigkeit, Durchfall und Fieber aufgetreten und in einigen Fällen kam es durch das Mittel zu einer Erhöhung der Leberwerte, so die Experten.

PS