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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Selbstmordgedanken bei Kindern und JugendlichenSelbstverletzungen sind wichtiger Hinweis für Suizidversuche

knw kindernetzwerk suizid

Eine 2019 veröffentlichte Analyse (Lancet Child Adolesc Health 2020) belegt nachdrücklich, dass selbst zugefügte Verletzungen und Vergiftungen auf eine hohe Suizidgefährdung hindeuten. Der Studie zufolge verübten vor allem jene Heranwachsenden Suizidversuche, die neben Suizidgedanken auch Selbstverletzungen in der Vorgeschichte aufweisen. Selbstverletzungen sind daher ein wichtiger Hinweis, dass die Betroffenen es mit ihren suizidalen Absichten ernst meinen. Die Suizidinzidenz ist im ersten Jahr bei solchen Kindern 30-fach höher als in der Allgemeinbevölkerung und bleibt anschließend konstant hoch.

Besonders suizidgefährdet nach Selbstverletzungen sind vor allem Jungen und ältere Jugendliche (16–18 Jahre) sowie solche, die mehrfach aufgrund von Selbstverletzungen in eine Klinik müssen.

Für ihre Analyse werteten die Wissenschaftler Angaben zu knapp 9.200 Kindern und Jugendlichen aus, die sich in den Jahren 2000 bis 2013 Selbstverletzungen zugefügt hatten. Knapp drei Viertel waren Mädchen, ein ähnlich hoher Anteil war zwischen 16 und 18 Jahre alt. Bis Ende 2015 waren 55 Jungen (2,3%) und 69 Mädchen (1,0%) gestorben. Fast die Hälfte der Todesfälle ließ sich auf Suizide zurückführen. Schließlich deuten die Daten auch auf ein erhöhtes Risiko durch einen Unfalltod nach einer Selbstverletzung, denn viele der tödlichen Unfälle geschahen unter Drogeneinfluss.

Nach Selbstverletzung sollten Minderjährige daher eine intensive psychiatrischpsychotherapeutische Betreuung erhalten.

KMS/ras