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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Mail vom 16.04.2020Frau Eckert aus einer Stadt in Hessen

... Unser Sohn (4 Jahre) hat einen seltenen Gendefekt, der sich leider auch auf die Lunge auswirkt (Lungenfehlbildung und frühkindliches Asthma) und gehört damit zur Covid19 Risikogruppe. ... Als Mitarbeiterin einer sozialen Einrichtung könnte ich meine beiden Kinder wieder in die Kita bringen (Notbetreuung) und ich muss gerade sehr im Sinne meines chronisch erkrankten Kindes gegen die Erwartungshaltung arbeiten, die Notbetreuung auch nutzen zu müssen.

Als Mama eines Kindes der Risikogruppe habe ich zwar aktuell noch die Möglichkeit von zuhause zu arbeiten. Aber das wird maximal nur noch bis Mai möglich sein. Der soziale Bereich ist nicht der klassische Bereich in dem Homeoffice möglich ist. Der alternative Vorschlag meines Arbeitgebers ist, in den unbezahlten Urlaub zu gehen. Da Kurzarbeit auch in der Firma meines Mannes in Planung ist, werde ich das nicht oder nur mit großen Sorgen und Bedenken tun.Die zuständige Lungenfachabteilung rät zusätzlich, dass unser Sohn (und damit auch wir anderen Familienangehörige) zu den letzten Gruppen gehören, die wieder in den Alltag zurück starten. „Kind-Krankmeldungen „greifen nicht, da diese nur in akuten Fällen und nicht vorsorglich möglich sind und ohnehin nur wenige Tage abdecken würden.

Es braucht: - Entgeltersatzleistungen (auch für Angehörige) um den Schutz von Rikogruppen nachgehen zu können,- Zeiten, in denen Risikogruppen mit Haushaltsangehörigen auch vorsorglich zum Schutz zuhause bleiben können - ohne sich Sorgen um Benachteiligung und Kündigung machen zu müssen.

In den aktuellen Pressekonferenzen verschiedener Politiker wurde sehr deutlich, dass Kindergartenkindern die Umsetzung von Schutzkonzepten altersbedingt nicht zugetraut und letztlich nicht zugemutet wird. Da sind besonders Kinder, die der Risikogruppe angehören, auch länger in einer Kindertagesbetreuung U6 nicht gut aufgehoben.Es ist zwar schön, dass Risikogruppen nicht ausgrenzt und benachteiligt werden sollen, in dem Sie zur Auflage bekommen zuhause bleiben zu müssen. Letztendlich wäre aber genau das unser Anliegen - zum Schutz, wenn benötigt - zuhause bleiben zu können, aber nach allen Richtungen - also auch wirtschaftlich und arbeitsrechtlich abgesichert.In der Politik wird aus unserer Sicht noch viel zu wenig die Fragen betrachtet:- Was ist mit denjenigen, die zum Schutz (für sich selbst/die Angehörigen) zuhause bleiben wollen/müssen und ihrer Arbeit nicht nachgehen können, aber nicht akut erkrankt sind?- Wie sind die Regelungen für schulpflichtige Angehörige, wenn Schutzkonzepte nicht ausreichend absichern können? ...

 


 

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