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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Unerfüllt: der Versorgungs­auftrag

Vier von zehn Betten wurden in den letzten Jahren in der stationären Pädiatrie abgebaut. Teilweise sind deutsche Kinderkliniken bis zu 50% der Zeit nicht in der Lage neue Patienten zur stationären Behandlung aufzunehmen; auch die Aufnahmekapazitäten von Intensivstationen kann bis zu 40% der Zeit ausgeschlossen sein. Das hat weitreichende Folgen ...

Es entstehen Versorgungsengpässe, die wiederum Ablehnung einer stationären Behandlung mit Verlegung in eine andere Kinderklinik bedeuten können. Für chronisch kranke Kinder sind solche Verlegungen oftmals mit zusätzlichen Risiken und dem Verlust des bewährten Behandlungsteams verbunden.
Diese Konsequenzen nehmen solche Geschäftsführungen in Kauf, die die Aufgabe einer Kinderklinik nicht darin sehen, Versorgungslücken abzufangen. Sie meiden Leistungen, die nicht refinanzierbar sind. Das kann verheerende Folgen haben, wie dieses typische Fallbeispiel von Sandra W. zeigt:

Das Kind wurde von der bisher behandelnden Klinik nicht mehr aufgenommen, sondern in eine neue Klinik verwiesen! Grund hierfür ist die schlechte „Refinanzierung" des Falles, wie die „Kostenzusammenstellung" der Kinderklinik zeigt.

Geschäftsführungen, die so handeln und eigentlich einem Versorgungsauftrag nachkommen müssen, brechen Tabus. Bevor die Ökonomisierung der Medizin in die Geschäftsführungen Einzug hielt, waren solche Entscheidungen aus ethischen Gründen ausgeschlossen.

Ein Krankenhaus hat Kapazitäten wie ärztliches Pflege-, Funktions- und medizinisch-technisches Personal vorzuhalten, die zur Erfüllung des Versorgungsauftrages erforderlich sind. Dementsprechend umfasst der Versorgungsauftrag einer Kinderklinik alle dem Gebiet der Kinderund Jugendmedizin zugeordnete Leistungen für eine Region!