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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Ungeregelt:Versorgung chronisch kranker Kinder

Im deutschen Gesundheitswesen ist es bei all seinen diversen Interessenkonflikten und wirtschaftlichen Ansprüchen eine Herausforderung, den richtigen Verantwortlichen zu finden, der sich einer Herausforderung engagiert annimmt. Dies vor dem Hintergrund der Diskussion, dass das deutsche Gesundheitssystem effizienter werden soll.
Während die Effizienz der medizinischen Versorgung in Praxis und Klinik permanent gesteigert wird, gilt unser Gesundheitssystem im weltweiten Vergleich als ein relativ ineffizient. Wir sind mit 11,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes auf Platz 4 der wohlhabenden Länder.

Wie aus dem Innocenti Report 2017 hervorging, erreicht Deutschland mit seinen Qualitätsdaten zum Gesundheitszustand seiner Kinder und Jugendlichen trotz vieler Beteuerungen durch die Politik keine Spitzenpositionen. In vielen Bereichen gibt es Anzeichen der Überversorgung, weil sich dort die Leistungen als „lukrativ" erweisen. Im Gegensatz zu den überversorgten Bereichen gibt es jedoch chronisch unterversorgte, wie der Bereich für chronisch kranken Kinder und Jugendlichen aufzeigt. Letzteres ist umso befremdlicher, da in einer reichen Nation wie Deutschland die finanziellen Ressourcen durchaus vorhanden sind.

Bei der Übernahme von Verantwortung verweist die Landes- und Bundespolitik gerne auf die medizinische Selbstverwaltung der Ärzte, d.h. Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder und zieht sich dabei auf die Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems zurück. Allerdings könnte die Politik letztere auch korrigieren, wenn die Rahmenbedingungen wie beispielsweise der Versorgungsauftrag mit der Aufsichtspflicht und den Sanktionsmöglichkeiten nicht einzuhalten sind.