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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Unsexy: fehlende Anreize in der Nachwuchs­förderung

Ärzte werden mit bürokratischen Aufgaben so belastet, dass z.B. in Krankenhäusern mindestens 40% ihrer Arbeitszeit nicht für die Patientenversorgung zur Verfügung steht. Die bürokratischen Anforderungen wie Dokumentation, Leistungserfassung, Dienstpläne, Qualitätssicherung, MDK-Prüfungen usw. müssen dringend abgebaut bzw. an qualifiziertes Personal delegiert werden.

Gerade in den Schwerpunktkliniken der Universitäten und Kommunen erhalten Kinder- und Jugendärzte vielfach zeitlich begrenzte Verträge, die Druck bezüglich des Erhalts des Arbeitsplatzes erzeugen und junge Ärzte nicht motivieren. „Hilflose Helfer" erzeugen Unsicherheit und Mitleid bei ihren Patienten und können keine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung aufbauen.

Wichtige Faktoren zur Nachwuchsförderung für die Versorgung chronisch kranker Kinder und Jugendliche sind ganzheitliche sozialpädiatrische Konzepte.
Das beginnt bei der studentischen Lehre bis hin zu den „Schulschwestern" sowie Weiterbildungsqualitäten, z.B. Balint-Gruppen. Es müssen Teamfähigkeit und -kapazitäten gefördert und familiengerechte sowie arbeitszeitgesetzkonforme Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die der Arbeitsbelastung – Stichwort „Burn-out" und Mitarbeiterunzufriedenheit – bei z.B. personeller Fluktuation der Teams entgegenwirken.

Letztlich wird es notwendig sein, nicht nur die ambulante Weiterbildung, sondern auch die innerklinische Weiterbildung finanziell zu unterstützen, um die flächendeckende pädiatrische Versorgung chronisch kranker Patienten sicherzustellen. Einer der Vorreiter in diesem Bereich ist z.B. in England.