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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

04.09.2020Video-Diskussions-veranstaltung zum Thema "Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!"

Berlin


 

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Verbändeverbund ehrt Opfer der NS- „Euthanasie" mit virtueller Gedenkveranstaltung

In der Tiergartenstraße 4 in Berlin plante das NS-Regime die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen („Aktion T4"). Als Erinnerung an diese Verbrechen organisieren die Verbände aus dem sog. „Kontaktgespräch Psychiatrie" gemeinsam mit verschiedenen anderen Organisationen seit vielen Jahren im September eine Gedenkveranstaltung. In diesem Jahr können sich Interessierte auf dem virtuellen Gedenkportal www.nichtvergessen-gedenktag2020.de über alle Aktivitäten und Projekte informieren.

Psychisch erkrankte Menschen unterliegen auch heute noch gesellschaftlichen Ausgrenzungs-prozessen. Trotz UN-Behindertenrechtskonvention, Bundesteilhabegesetz, langjähriger Antistigmaarbeit und engagierter sozialpsychiatrischer Praxis bestehen nach wie vor Defizite in der Anerkennung, Akzeptanz und Teilhabe psychisch erkrankter Menschen im gesellschaftlichen Alltag. Schwer und chronisch psychisch erkrankte Menschen sind oft in besonderer Weise von Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und sozialer Ausgrenzung betroffen. Zudem scheinen Formen von Abwertung und Diffamierung nicht zuletzt durch die Wirkmächtigkeit der sozialen Medien zugenommen zu haben und gesellschaftsfähiger geworden zu sein.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie lassen wiederum zwei gegensätzliche Phänomene im gesellschaftlichen Alltag deutlich werden: Solidarisches, respektvolles, unterstützendes, durchaus auch entschleunigtes Handeln einerseits; andererseits egoistisches Handeln angesichts der negativen ökonomischen, sozialen und individuellen Auswirkungen der Krise. Wie wird sich dieser Widerspruch langfristig im Alltagshandeln der Menschen auswirken? Wird zukünftiges gesellschaftliches Leben als Konsequenz aus der Pandemieerfahrung solidarischer, gerechter und menschlicher gestaltet werden, insbesondere für die sogenannten „Schwächsten" einer Gesellschaft?

Am 4. September von 14 bis 16 Uhr findet eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Die Würde des Menschen sichern. Im Alltag!" statt.

Teilnehmer sind u. a.: Hans Thiersch (Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik), Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Klaus Obert (Kontaktgespräch Psychiatrie), Georg Schomerus (Experte für Sozialpsychiatrie und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig), Elke Prestin (angefragt).

Interessierte können über den auf dem virtuellen Gedenkportal https://www.nichtvergessen-gedenktag2020.de/ bereitgestellten ZOOM-Link live an der Veranstaltung teilnehmen.

Die Initiatoren:
> Aktion Psychisch Kranke
> AWO Bundesverband
> Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrische Verbünde
> Bundesnetzwerk Selbsthilfe seelische Gesundheit (NetzG)
> Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen
> Bundesverband evangelische Behindertenhilfe
> Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener
> Bundesweites Netzwerk Sozialpsychiatrische Dienste
> Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie
> Deutscher Caritasverband
> Dachverband Gemeindepsychiatrie
> Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
> Deutsches Rotes Kreuz
> Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
> Diakonie Deutschland
> Der Paritätische Gesamtverband
> Förderkreis Gedenkort T4

Familien-Selbsthilfe Psychiatrie
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.
Oppelner Str. 130
53119 Bonn
Pressekontakt: Kerstin Trostmann. Trostmann.bapk@psychistrie.de. 0172 – 84 96 354