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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

„Lieber jetzt, bevor es zu spät ist"Kindernetzwerk fordert schnellen Start der COVID-19-Impfung von 5 bis 11-Jährigen

Pressemitteilung des Kindernetzwerks:

Angesichts der großen Sorgen der Familien gerade mit chronisch kranken und behinderten Kindern vor einer Ansteckung äußert die Kindernetzwerk-Vorsitzende Dr. Annette Mund die Hoffnung, dass es nun schnellstmöglich eine Impfmöglichkeit für Kinder geben soll: Das Kindernetzwerk (knw) unterstützt die Eltern in ihrer Forderung, mit COVID-19-Impfungen von 5-11jährigen Kindern mit Beeinträchtigungen unverzüglich zu beginnen. Angesichts der aktuellen Pandemielage fordert das knw daher alle maßgeblichen und akzentsetzenden Institutionen auf, die Sicht der betroffenen Familien zu akzeptieren und zu verstehen, was verlorene Zeit für sie bedeuten kann.

Die Kindernetzwerk-Vorsitzende Dr. Annette Mund betont:
"Wir haben in Deutschland das große Glück, dass alle bisher in der täglichen Kinder- und Jugend-arztpraxis verwendeten Impfstoffe geprüft und zugelassen sind. Solche Impfstoffzulassungen vermitteln denjenigen Sicherheit, die sich gegen unheilvolle Erkrankungen schützen wollen, indem sie sich und/oder den ihnen anvertrauten Kindern den geprüften Stoff injizieren lassen.

Eine die gesamte Bevölkerung umfassende Covid-19-Impfung ist nicht nur erklärtes Ziel der deutschen Gesundheitspolitik, sondern auch die Hoffnung des größten Teils unserer Bevölkerung, um möglichst bald die Einschränkungen und Auswirkungen der Pandemie hinter sich lassen zu können. Daher auch unser Appell an alle Erwachsenen, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, sich selbst, aber anderen Menschen und gerade auch den Schutzbedürftigen zuliebe, die manchmal ja (noch) gar nicht geimpft werden können.

Nun wurde am 26. November 2021 der Impfstoff von BioNTech/Pfizer nach Prüfung durch die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA für den Einsatz bei 5-11Jährigen von der EU zugelassen. Dieser Umstand ist sehr zu begrüßen. Ein großer Vorteil unseres Gesundheitssystems besteht darin, dass wir in unserem Land Institutionen vorfinden, die Mängel aufdecken, auf die Behebung von Fehlern achten und auf die Einhaltung von Regularien, Leitlinienvorgaben und Goldstandards in der Medizin pochen. Eltern sind zwischen Prüfbehörden, medizinischen Institutionen und Ärzteschaft verortet. Sie leben ihr Leben mit Kindern und vertrauen auf diese drei Ebenen des Gesundheitssystems.

Kindernetzwerk e.V. ist der Dachverband von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen. Wir kennen diese Familien, ihren Alltag, ihre Sorgen und ihre Nöte. Und viele dieser Familien befinden sich akut in großer Bedrängnis. Vertrauend auf die oben beschriebenen Gegebenheiten hoffen sie, dass der nach Prüfung der EMA zugelassene Impfstoff schnellstmöglich an ihre Kinder abgegeben werden kann.

Als Dachverband nehmen wir diese Sorgen und Bedrängnisse unserer Mitglieder und die aller betroffenen Familien sehr ernst. Aus diesem Grund wurde wiederholt die Langsamkeit der diskursbeherrschenden Institutionen wie beispielsweise der STIKO sehr bemängelt. Deren Arbeit orientiert sich dabei „an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Während für die Zulassung einer Impfung deren Wirksamkeit (zumeist im Vergleich zu Placebo), deren Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität relevant sind, analysiert die STIKO darauf aufbauend neben dem individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnis auch die Epidemiologie auf Bevölkerungsebene und die Effekte einer flächendeckenden Impfstrategie für Deutschland."

Es ist nachvollziehbar, dass solche Analysen Zeit benötigen. Zeit, die betroffene Familien möglich-erweise nicht haben, weil ihre ohnehin beeinträchtigten Kinder ohne Impfung schwer erkranken und vielleicht sterben können. Das Kindernetzwerk unterstützt die Eltern in ihrer Forderung, mit COVID-19-Impfungen von 5 bis 11-jährigen Kindern mit Beeinträchtigungen unverzüglich zu beginnen.
Angesichts der aktuellen Pandemielage fordert knw daher alle maßgeblichen und akzentsetzenden Institutionen auf, die Sicht der betroffenen Familien zu akzeptieren und zu verstehen, was verlorene Zeit für sie bedeuten kann. In bürokratischen Zusammenhängen ist sie ein „Wenn nicht heute, dann morgen". In betroffenen Familien ist sie ein ´Lieber jetzt, bevor es zu spät ist´."

Ansprechpartnerin:
Dr. Annette Mund
knw Kindernetzwerk e.V.
Hauptstadtbüro
Schiffbauerdamm 19
10117 Berlin
Telefon 030-25765960
Mail: jackel@kindernetzwerk.de