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knw Kindernetzwerk e.V.
Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

Antragspaket zum DownloadCannabis als Medizin

Auf einem Cannabis-Blatt stehen kleine dunkle Fläschchen, in denen sich Öl befindet.

Schwerwiegend kranken Menschen, die nicht oder nur unzureichend auf die etablierten und richtlinienbasierten empfohlenen Therapien ansprechen oder diese aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen nicht einnehmen können, haben nun eher die Möglichkeit, Cannabis als Medizin zu Lasten der GKV verordnet (und bezahlt) zu bekommen. Nach dem §31 Abs. 6 SGB V (Gesetzesänderung 2017) sollen die Krankenkassen die Kostenübernahme für den Einsatz von Cannabis in der Schmerzmedizin übernehmen. Leider spricht das Gesetz von "sollen", weshalb manche Krankenkasse dennoch Anträge ablehnen. Mit einer guten Vorbereitung zum Antrag auf Kostenübernahme gehen die sie in der Mehrzahl durch. Wir haben daher ein paar Stichpunkte zusammengestellt, mit denen Euer Antrag erfolgreich sein sollte.

1. Im Vorfeld lohnt sich ein Ausprobieren mit freiverkäuflichen CBD-Produkten. Wenn man hier gute Erfolge erzielt, sollte es mit medizinischem Cannabis auch funktionieren.

2. Oftmals sind viele der behandelnden Schmerztherapeuten aber noch immer gegen Cannabis. Aus diesem Grund raten wir dazu, den Antrag mit dem Hausarzt zu stellen.

3. Benennung der nicht tumorbedingten und schwerwiegenden Krankheit, da es keine Festlegung auf bestimmte Diagnosen mehr gibt, manche Sachbearbeiter aber noch immer so denken,

4. Auflistung des bisherigen Behandlungsverlaufs: Hier reichen meist drei Dinge wie bisherige Medikamente, Physiotherapie und vielleicht ein Hilfsmittel (Rollator, Gehstützen, Schiene o.ä.). Es können auch Nicht-Verträglichkeiten von Medikamenten angegeben werden, oder weil zu große Nebenwirkungen mit bestimmten Medikamenten zu erwarten sind.

5. Darstellung, warum die nichttumorbedingten Schmerzen die Lebensqualität so schwerwiegend und andauernd beeinträchtigen.

6. Wichtige Formulierung im Antrag: „eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht"

7. Verweis auf wissenschaftliche Literatur zu Cannabis in Bezug auf chronische neuropathische Schmerzen

Die CRPS Selbsthilfe hat ein sehr interessantes Infoportal, auf dem sie ein Infopaket (Zip-Datei, 4MB) mit wichtigen Dokumenten zum Cannabis-Antrag zusammengestellt haben, welches man über den nachfolgendenden link herunterladen kann.

https://crpsselbsthilfe.de/willkommen/merkblaetter-und-formulare/

Das Kindernetzwerk dankt der CRPS Selbsthilfe für die Bereitstellung dieser Information.