Gemeinsam AKTIV: Freizeitgestaltung für Jugendliche mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen
Im Rahmen des partizipativ umgesetzten Projekts „gemeinsamAKTIV“ haben wir uns damit beschäftigt, welche Barrieren es bei der Freizeitgestaltung für Jugendliche und junge Erwachsene mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen gibt, und wie diese abgebaut werden können.
Warum das Thema wichtig ist
Freizeit ist ein zentraler Lebensbereich für heranwachsende junge Menschen. Sie ermöglicht es, eigenen Interessen nachzugehen, sich kulturell, sportlich oder kreativ zu betätigen, soziale Kontakte zu pflegen oder auch einfach mal nichts zu tun. Diese Aktivitäten tragen wesentlich zur Entwicklung der eigenen Identität bei. Junge Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen durchlaufen die gleichen altersentsprechenden Entwicklungsprozesse wie junge Menschen ohne Einschränkungen, doch begegnen sie dabei deutlich mehr Hürden. Körperliche Einschränkungen, Schmerzen und ständige Behandlungen erschweren nicht nur die Teilnahme an Aktivitäten, sondern führen bei den betroffenen jungen Menschen oft auch zu emotionalem Stress und Ausschluss. Denn krankheits- und behinderungsbedingte Versorgungsbedarfe werden von Freizeitangeboten oft nicht ausreichend berücksichtigt.
Was hilft? Der Austausch mit anderen, die Ähnliches erleben.
Im Projekt „gemeinsamAKTIV“ stand genau dieser Austausch von jungen Menschen mit Erfahrungsexpertise im Alter von 14 bis 27 Jahren im Mittelpunkt. Dabei lag der Fokus nicht nur auf der Krankheit oder Behinderung, sondern auf dem gesamten Leben: Freizeit, Freundschaften, Liebe und Selbstbestimmung.
Während des Projektzeitraums fanden mehrere Austausch- und Beteiligungsformate statt: eine digitale Auftaktveranstaltung (13.09.2025), das gemeinsame Präsenzwochenende „FreizeitSpace“ in Bad Blankenburg (21.–23.11.2025) sowie ein Online-Workshop zum Thema „Barrierefreie Freizeit“ (24.01.2026). Zudem wurde ein datengeschützter Chatraum für die Junge Selbsthilfe auf der Plattform unrare.me bereitgestellt, und über regelmäßige online-Meetings der Jungen Selbsthilfe konnte das Thema vertieft werden. In diesen Formaten hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu teilen, Barrieren zu benennen und gemeinsam Ideen für eine inklusivere Freizeitgestaltung zu entwickeln.
Ergebnisse aus dem Projekt „gemeinsamAKTIV“
Auf der Grundlage einer umfassenden Recherche und den beschriebenen Austauschformaten sind zwei zentrale Materialien entstanden, in denen die Ergebnisse dargestellt werden:
- das Padlet „Freizeit für Alle – Was muss sich ändern?“
- die Broschüre „Freizeit für Alle – Bist du dabei?“
Während das Padlet die persönlichen Erfahrungen, Forderungen und konkreten Vorschläge der Teilnehmenden sichtbar macht, bündelt die Broschüre diese Erkenntnisse und gibt zusätzlich praxisnahe Empfehlungen, wie Freizeitangebote inklusiver und barriereärmer gestaltet werden können.
Abschließend sprechen wir der KKH - Kaufmännischen Krankenkasse - unseren ausdrücklichen Dank für die Förderung und Unterstützung aus, durch die dieses Projekt ermöglicht wurde.