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Veröffentlichung

Zukunftssichere Versorgung für Kinder und Jugendliche jetzt!

„Wir können es uns gesellschaftlich nicht leisten, auf eine starke und zukunftssichere Kinder- und Jugendmedizin zu verzichten.“

Dr. med. Henriette Högl, Geschäftsführerin Kindernetzwerk e.V.

Unsere Geschäftsführerin Dr. Henriette Högl hat an einer aktuellen Veröffentlichung in der Monatsschrift Kinderheilkunde mitgearbeitet. Der Artikel „Zukunftssichere Versorgung für Kinder und Jugendliche jetzt!“ fasst zusammen, wo die Versorgung junger Menschen in Deutschland derzeit steht und welche Veränderungen aus Sicht verschiedener Fachgesellschaften notwendig sind.

Worum geht’s?

Der Beitrag zeigt deutlich, dass viele Kinder und Jugendliche heute nicht überall die medizinische Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Große regionale Unterschiede, fehlende spezialisierte Angebote und ein erheblicher Fachkräftemangel gehören zu den zentralen Herausforderungen. Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit zwischen medizinischen, pflegerischen, therapeutischen und sozialen Diensten nicht immer reibungslos gelingt – ein Problem, das Familien mit komplexen Unterstützungsbedarfen besonders belastet.

Die Publikation betont außerdem, wie wichtig ein stärkerer Fokus auf Prävention und frühe Intervention ist. Versorgung sollte so gestaltet sein, dass Familien frühzeitig Hilfen erhalten, statt erst dann, wenn Probleme bereits verfestigt sind. Das schafft Entlastung und verbessert langfristig die Chancen für junge Menschen.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die politische Verantwortung. Kinder und Jugendliche haben spezifische Bedürfnisse, die sich klar von denen Erwachsener unterscheiden. Daher sollten sie in gesundheitspolitischen Entscheidungen eine deutlich größere Rolle spielen.

Konkrete Forderungen an die Gesundheitspolitik

Ein zentrales Anliegen der Publikation ist, die aktuelle Reformdebatte im Gesundheitssystem breiter aufzustellen. Die Autor:innen warnen davor, Veränderungen nur aus einer Perspektive zu betrachten. Für eine wirklich zukunftssichere Kinder- und Jugendmedizin braucht es ein integrierendes System aus gut finanzierter stationärer spezialfachärztlicher Versorgung, einer starken ambulanten Versorgungslandschaft – einschließlich Sozialpädiatrischer Zentren (SPZ) und Institutsambulanzen – sowie einem handlungsfähigen öffentlichen Gesundheitsdienst mit klarem Präventionsauftrag.

Diese gemeinsamen Forderungen wurden im Rahmen des Politischen Forums der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) auf der Jahrestagung 2025 gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften und Verbänden entwickelt. Dazu gehören die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH), die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ), die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), das Bündnis für Kindergesundheit, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt:innen (BVKJ), der Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD) sowie das Kindernetzwerk e. V.. Die Publikation fasst diese Positionen zusammen und bringt sie in die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion ein.

Kindernetzwerk kennt die Herausforderungen für Familien

Viele der beschriebenen Herausforderungen erleben wir im Kindernetzwerk in unserer täglichen Arbeit mit Familien. Versorgungswege sind häufig komplex, Ansprechpartner wechseln und Informationen müssen mühsam zusammengesucht werden. Oft übernehmen Eltern die Rolle von Koordinator:innen zwischen Medizin, Therapie und sozialer Unterstützung. Gleichzeitig fehlen in manchen Regionen spezialisierte Angebote, die für chronisch kranke oder beeinträchtigte Kinder und Jugendliche besonders wichtig sind.

Wenn Du tiefer einsteigen möchtest

Der vollständige Artikel bietet einen kompakten Überblick über den aktuellen Stand der Kinder- und Jugendversorgung sowie über die wichtigsten Empfehlungen zur Weiterentwicklung. Hier lesen